Wer einer Sexualstraftat verdächtigt wird sieht sich einem besonders belastenden Strafverfahren ausgesetzt. Sie sollten daher so früh wie möglich auf kompetente Hilfe zurückgreifen.

Straftatbestände

Zum Sexualstrafrecht gehören einerseits die Sexualstraftaten im engeren Sinne – sog. „Hands-on-Delikte“ wie sexuelle Nötigung und sexueller Missbrauch – und andererseits Pornographiedelikte.

Besonderheiten im Verfahren

In Strafverfahren wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs oder der sexuellen Nötigung (hierunter fällt auch Vergewaltigung) sind in der Regel vielfältige Beweise auszuwerten, weshalb spezialisierte Strafverteidiger auch Grundkenntnisse forensischer Wissenschaften wie Rechtsmedizin und Toxikologie haben sollten. Gerade in Sexualstrafverfahren geht es zudem oft um Sachverhalte, die sich unter vier Augen, nämlich zwischen mutmaßlichem Opfer und mutmaßlichem Täter abgespielt haben. Da in solchen Aussage-gegen-Aussage-Konstellationen besonderes Augenmerk auf die belastende Zeugenaussage gelegt wird, ist eine fundierte Kenntnis der Aussagepsychologie von erheblicher Bedeutung.

Die Ermittlungen in Pornographie-Verfahren sind demgegenüber in der Regel sehr IT-lastig. Während Ermittlungen in persönlichen Umfeld zumeist nicht zu befürchten sind, wird die Auswertung aller auffindbaren Speichermedien und internetfähigen Geräte umso sorgfältiger vorgenommen, und zwar meist durch externe IT-Forensiker. Schwerpunkt der Verteidigung in solchen Fällen ist meist die genaue Überprüfung des Tatnachweises anhand des vorgelegten IT-forensischen Sachverständigengutachtens.

Folgen einer Verurteilung

Bereits das Verfahren an sich kann sich negativ auf Ihre sozialen und beruflichen Kontakte auswirken. Eine rechtskräftige Verurteilung wegen eines Sexualdelikts ist zudem in den allermeisten Fällen mit einem Eintrag im Führungszeugnis verbunden sowie mit einem Vermerk nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz (⇗), wonach Sie beruflich keine Jugendlichen beschäftigen, anweisen oder ausbilden dürfen.

Bei der Verurteilung wegen erheblicher Sexualstraftaten kommen – insbesondere im Wiederholungsfall – ggf. auch Maßregeln der Besserung und Sicherung wie die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus (§ 63 StGB) oder in der Sicherungsverwahrung (§ 66 StGB) in Betracht.

Sexualstrafrecht

Eine sinnvolle Verteidigungsstrategie hat die konkreten Umstände des Falls, die persönlichen Voraussetzungen des Beschuldigten und die drohenden Sanktionen im Blick, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen – sei es eine Einstellung des Verfahrens oder zumindest die Verurteilung zu einer möglichst geringen Strafe.

Ihr wichtigstes Recht

Sie haben das Recht zu schweigen und müssen auch sonst nicht an einem Ermittlungsverfahren gegen sich selbst mitwirken. Maßnahmen wie körperlichen Untersuchungen, DNA-Abstrichen usw. müssen (und sollten!) Sie sich nur unterwerfen, wenn ein entsprechender richterlicher Beschluss vorliegt. Auch wenn es schwer fällt: zumindest bis man Akteneinsicht genommen und sich ein Bild vom genauen Tatvorwurf gemacht hat ist Schweigen die allerbeste Strategie.

Lassen Sie sich insbesondere nicht zu einer Aussage verleiten, weil dies angeblich das Verfahren beschleunigt: gerade in Sexualstrafverfahren wird in der Regel sorgfältig ermittelt – eine frühe Einlassung eines Beschuldigten hat noch nie eine Staatsanwaltschaft dazu verleitet, sichergestellte Beweismittel unausgewertet zu lassen und das Verfahren zügig einzustellen.

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